Wirtschaftsmagazin für Stadt Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt
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Stadt-Umland-Bahn

Erlangen ist ein überaus erfolgreicher Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Die Zahl der Arbeitsplätze in Erlangen ist beinahe so hoch wie die Zahl der Einwohner*innen. Doch der Erfolg bringt auch Herausforderungen mit sich: Täglich pendeln allein 60.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Erlangen ein – Studierende, die einpendeln., sind hier beispielsweise noch gar nicht mitgezählt. 

Seit den 70er Jahren hat Erlangen den Ruf als Fahrradstadt. Zurecht: Innerstädtisch bewegen sich 34 Prozent der Menschen auf dem Rad. Rechnet man Fußgänger Nutzer*innen des ÖPNV hinzu, sind es 56 %, die innerstädtisch auf Alternativen zum Auto setzen. Nimmt man jedoch den Pendelverkehr hinzu, dreht sich das Verhältnis um: Hier setzen 58 Prozent auf das Auto. Mit einem Bündel von Maßnahmen stellt sich die Stadt deshalb der Herausforderung, den Verkehr der Zukunft am Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zukunftsfähig aufzustellen.


Gleichzeitig verbindet es alle Standorte der Friedrich-Alexander-Universität und schafft so für die Studierenden eine Alternative zum Auto. Die neue Talquerung der StUB wird den wachsenden Stadtwesten Erlangens deutlich schneller anbinden – auch mit dem Busverkehr. Darüber hinaus entstehen neue Möglichkeiten, den Busverkehr zu optimieren. Entlang der Trasse wird nicht zuletzt auch der Radverkehr von neuen, schnellen Radachsen profitieren. Fester Bestandteil des Konzepts sind Park & Ride-Anlagen am Stadtrand, die Autofahrenden den Umstieg erleichtern. Mobilitätsdrehscheiben an zentralen Punkten in der Stadt erleichtern den nahtlosen Umstieg in Busse, aufs Fahrrad oder auch in Carsharing-Fahrzeuge.

Bis die StUB-Strecke schrittweise in Betrieb genommen wird, wird es jedoch noch bis 2031 dauern. 2034 soll dann Herzogenaurach angebunden sein, für den Ostast bis nach Eckental wird nach dem eindeutigen Bürgervotum nun ebenfalls die Detail- und Zeitplanung erstellt. Doch auch wenn die StUB Rückgrat der Verkehrswende in Erlangen ist: Bereits jetzt stellt sich die Stadt der Aufgabe, attraktive Angebote zum Umstieg vom Auto zu schaffen.

Ein Leuchtturmprojekt ist dabei der kostenlose Innenstadtbereich für den Erlanger Busverkehr. Seit Januar kann man zwischen der Werner-von-Siemens-Straße im Süden, der Schwabachanlage im Norden sowie dem Busbahnhof im Westen und dem Zollhaus im Osten in allen Bussen bequem ohne Ticket fahren. 

In dem Bereich liegen diverse Parkhäuser und Tiefgaragen, die zu allen Tageszeiten freie Kapazitäten haben. Durch eine neue Parkgebührenordnung soll das Parken an diesen Stellen gebündelt und der Parksuchverkehr reduziert werden. Alle Ziele in der Innenstadt lassen sich von dort aus bequem mit den kostenlosen Bussen oder auch zu Fuß erreichen. Angebunden sind so die Universitätskliniken in Erlangen ebenso wie die Erlanger Innenstadt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Kultureinrichtungen

Wichtig ist aber auch die sogenannte „letzte Meile“ – also der Teil der Strecke zu einem Ziel, der sich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen lässt. Als attraktive Angebot haben sich hier in den vergangenen Jahren E-Scooter erwiesen, die von privaten Anbietern im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden. Seit Januar ist Erlangen auch Teil des Fahrradverleihsystems VAG_Rad. Gebündelt werden die Angebote zusammen mit Carsharing-Fahrzeugen an sogenannten Mobilpunkten in der Stadt – auch hier geht es darum, den Umstieg zwischen Verkehrsmitteln so leicht wie möglich zu machen.